
Vier für eine starke 2. Säule - symbolisch stärkte Mittelfrankens Europaabgeordneter Martin Kastler als CSU-Rentenexperte gemeinsam mit seiner niederländischen Parlamentskollegin Ria Oomen-Rijten MdEP, Finanzminister Dr. Markus Söder und Lutz Mühl, dem Geschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (von links) beim "Europäischen Rentenforum" in Nürnberg den Betriebsrenten den Rücken. Nun folgt die EU-Kommission endgültig diesen Appell.
Zwei Tage nach entscheidender Abstimmung im Parlament: EU-Kommissar Barnier fegt Solvency-Pläne von der Agenda
STRASSBURG/AMSTERDAM. “Herr Barnier, die Solvency-Pläne müssen vom Tisch!” – mit diesen klaren Worten hatte der mittelfränkische CSU-Europaabgeordnete Martin Kastler noch Dienstag im Straßburger Plenum an den zuständigen EU-Kommissar appelliert, bestehende Pläne zur Verschärfung der Insolvenzregeln für Betriebsrenten ad acta zu legen. Gerade deutsche Pensionskassen wären dadurch benachteiligt gewesen, der Schaden in Milliardenhöhe. Nun hat die EU-Kommission reagiert: Bei einer Konferenz in Amsterdam verkündete Kommissar Barnier ein Ende der Pläne – und vollzieht damit das, was sich bei dem von Kastler einberufenen “Nürnberger Rentenforum” im März diesen Jahres bereits andeutete. Für Kastler, der als Sozialpolitischer Sprecher der CSU im Europäischen Parlament Mitglied einer eigens gegründeten task force zur Zukunft der Renten ist, “ist das eine gute Nachricht für Millionen von Betriebsrentnern in Deutschland und Europa. Gemeinsam haben wir ihrer Stimme ein Gewicht gegeben.”
Erst am Dienstag hatte das Europäische Parlament in Straßburg seinen Bericht zum sogenannten “Weißbuch Pensionen” mit großer Mehrheit angenommen. Der Vorschlag der EU-Kommission enthält zahlreiche Ideen und Vorhaben, um die Altersvorsorge europaweit “sicher und nachhaltig” zu gestalten. Darunter aber auch kritische Punkte. So warnte Kastler – zusammen mit Ria Oomen-Ruijten, der zuständigen, niederländischen Berichterstatterin im Europäischen Parlament – hinsichtlich der Betriebsrenten “vor dem falschen Ansatz der EU-Kommission, die soziale Dienstleistung der Betriebsrente als bloßes Finanzmarktprodukt zu betrachten und sie auf eine Ebene mit freiverkäuflichen Fonds und Versicherungen zu stellen”. Dieser Blickwinkel sei “grundlegend falsch und hätte unsere leistungsstarken deutschen Betriebsrenten überproportional belastet, obwohl diese seit teils 150 Jahren Garanten einer verlässlichen Altersvorsorge sind.” Das Europäische Parlament hat sich dieser Position mehrheitlich angeschlossen.
Die Reaktion kam prompt: Am Rande der internationalen “Conference on Sustainability and Reporting” in Amsterdam erklärte EU-Kommissar Michel Barnier am Donnerstag das Ende der Solvency-Pläne der EU-Kommission. Die Vorlagen seien vom Tisch – alle weiteren Verhandlungen würden ergebnisoffen mit den Betroffenen – in Deutschland unter anderem viele Unternehmen und Arbeitnehmer der Chemischen Industrie – auf Basis der bestehenden IORP-Richtlinie geführt. “Das bedeutet eine Revision light, wie bisher zugeschnitten auf die speziellen Anforderungen der Betriebsrenten.” Für Kastler ein “optimales Ergebnis der monatelangen Bemühungen und Verhandlungen im Europäischen Parlament und ein Riesenerfolg für alle, die sich dafür engagiert haben.”

















